Frei sein im Auto, aber darf deswegen ein Pogrammierer Gott spielen?

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Es ist herrliches Wetter,  die Sonne scheint, ein wunderschöner Tag beginnt. Meine heutige Fahrt mit dem Auto, zu einem Meeting, sollte mich 280 km durch Land und Stadt führen und am Abend wieder zurück bringen. Es wird ein relativ entspannter Tag werden,  freute ich mich. Mein Fahrzeug stand schon startklar vor der Garage. Ich stellte den Autopiloten ein, das Lenkrad fuhr ein Stück in die Konsole ein, der Fahrersitz  fuhr gleichzeitig, automatisch nach hinten. Der Motor startete und die automatische Fahrt begann, erst durch den morgendlichen Straßenverkehr der Stadt und dann raus auf die Autobahn. Bequem sitzend, führte ich ein paar Telefonate und bereitete mich auf das Meeting vor. Bisher her lief alles sehr entspannt.

So oder ähnlich können wir vielfach die euphorischen  Meldungen der Autoindustrie und ihrer Zulieferer interpretieren, wenn es ums autonome Fahren geht. Diese Szenarien sind ja auch faszinierend für jeden Autofahrer, auch für mich.  Aber gleichzeitig ist uns gar nicht so genau bewusst, was da eigentlich gesellschaftlich und politisch passieren muss, um dieses Szenario Wirklichkeit werden zu lassen, wenn das überhaupt möglich ist.

Zum Beispiel, Bosch will das „Gehirn“ für selbstfahrende Autos entwickeln und liefern. Man redet von

  • künstlicher Intelligenz die dann Entscheidungen trifft,
  • Faktoren wie Stress, Emission und Unfälle

werden auf Null gebracht.

Versprechen die Entwickler und Hersteller nicht etwas zu viel. Bisher ist und bleibt der Fahrer immer verantwortlich für alle seine Unfälle, egal ob er manuell oder halbautomatisch fährt. Bei echtem autonomen fahren kann das aber nicht mehr der Fall sein, weil die künstliche Intelligenz im Fahrzeug die Entscheidungen fällt.

Unfälle werden nie auszuschließen sein, alles andere ist Lüge.

Was passiert eigentlich, wenn ein kleines Kind auf die Straße rennt und das Auto zum ausweichen

  1. eine Betonmauer  /////////
  2. oder eine Gruppe von Rentner 👵🤶🕵

hat, in die es reinfahren muss, um das Leben👼 des Kindes zu retten.

Kann und darf mein Auto so etwas entscheiden? Wie lebt der Autohersteller, Programmierer oder Zulieferer dann mit dieser Entscheidung?

Fakt ist, ich würde kein Auto kaufen, wenn ich wüsste es ist so programmiert das es in die Mauer fährt. Ich bin doch kein Selbstmörder, hoppla, das wäre ich ja auch gar nicht. Wäre das Mord? Ältere Menschen würden auch kein Auto kaufen das in die Mauer und in die Alten fährt.

Wer kauft dann noch so ein Auto ?

Dürfen wir Menschenleben messen?  Muss der dran glauben der für die Gesellschaft den wenigsten wert hat? Kein Mensch auch keiner der eine künstliche Intelligenz  schafft darf nach einem Zufallsprinzip Menschenleben auswählen. In einem Rechtsstaat mit unserer Verfassung ist diese Entscheidung nicht möglich.

Ich kaufe kein Auto, wo ich weiß das ich beim ersten Unfall dran glauben muss. Niemals!

Wir erinnern  uns an den Film, wo der Autopilot das Flugzeug mit 180 Menschen abstürzen ließ  um 70.000 Menschen in einem Stadion zu retten. So ein Gesetz wäre in Deutschland verfassungswidrig entschied das  deutsche Gericht 2006, wie dürfte man da einem Auto so einen Logarithmus einspeichern dürfen. Künstliche Intelligenzen können auch nur simulieren und dürften Entscheidungen über Tod oder Leben nicht treffen.

Ich verstehe die Autobranche nicht, die im wahrsten Sinne den Tod  in ihren Fahrzeugen programmieren wollen, also Menschen für den Tod indirekt aber bewusst auswählen. Welche Ethik haben diese Unternehmen? Noch demokratische? Auf jeden Fall sehe diese  Demokratie völlig anders aus aber bestimmt nicht besser.

Ich glaube das echtes autonomes (absolut selbstfahrende) Autofahren, wo der Fahrer von etwaiger Unfallhaftung entlastet ist, gar nicht oder erst in vielen Jahrzehnten zu erwarten ist. Sollte ich es erleben, werde ich Oldtimer kaufen um nicht „gegen die Mauer gefahren  zu werden“. Wer kauft sich schon gern seinen eigenen, programmierten Tod.

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