Faszien, was? Faszienrolle, ach so! Bindegewebe neu betrachten.

Zu mindestens bei uns im Fitnessclub trifft man immer öfter Frauen, wie Männer, die ihre Rolle dabei haben, sich eine Ecke suchen und mit ihren Übungen beginnen, wie auch die DFB Elf. Ist es Mode, Trendy oder steckt mehr dahinter? Auf jeden Fall sind die Kurse nicht schlecht besucht.

Quelle DFB

Diese Art von „Sport“ war bisher, als „Eisenbeweger“ im Fitnessclub, nicht unbedingt mein Schwerpunkt, machte mich aber neugierig und meine Recherche begann. Was sind Faszien eigentlich?  Nichts anderes als Körperfasern oder profaner, das Bindegewebe.

  • Das das Bindegewebe richtig trainiert wird, ist mitentscheidend für die Gesundheit und Fitness, wird zumindest  von einigen propagiert.

Die weißen Bindegewebsfasern umbetten alle Muskeln und Organe. Sie federn Stöße ab und machen die Bewegungen geschmeidig, federnd und halten diese Körperteile auch an ihrem Platz. Es wäre schlimm wenn es anders wäre,  wie würden wir es  überleben?

Wenn dieses Bindegewebe verklebt, wird es richtig schmerzhaft. Wissenschaftler sind dem Geheimnis der Fasern auf der Spur und stellen fest, dass man die Faszien bisher völlig unterschätzt hat. Sie sind ein Sinnesorgan, das feinste Antennen für Signale von außen besitzt. Außerdem sind die Fasern in der Lage, sich völlig unabhängig von den Muskeln zusammen ziehen.

Erst seit ca. 9 Jahren befasst sich die Schulmedizin und die Wissenschaftler intensiver mit diesem Thema. Dabei ist man sich heute darüber klar, das Rückenschmerzen und Bindegewebsfasern,  gerade im Lendenwirbelbereich, im engen Zusammenhang stehen. Die Medizinische Fakultät Mannheim/ Uni Heidelberg, fand heraus das im unteren Rücken das Fasziennetz mit einer Fülle freier Nervenenden belegt ist. Jede kleine Veränderung des Gewebes melden die, übers Rückenmark, ans Gehirn weiter. Das Hirn denkt das ist eine Schmerzmeldung. Die Forscher glauben heute auch, dass Stress das Bindegewebe negativ beeinflusst und es sich zusammenzieht. Man vermutet das dieser Stress zur Verhärtung der Faszien führt und dadurch Rückenschmerzen gefördert werden.

Das Department of Neuroligy der Uni Vermont Burlington/USA hat festgestellt, dass die Beweglichkeit und der Aufbau des Fasernetzes, bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen, verändert ist. Ob die Faszien die Folgen der Rückenschmerzen sind oder sie nur den Alarm auslösen, wenn irgendetwas im Körper nicht stimmt ist noch nicht bekannt. Einige Wissenschaftler gehen heute davon aus das verhärtete oder verklebte Faszien die unspezifischen Rückenschmerzen hervorrufen, das sind 80% aller Rückenschmerzen.

Brings die Rolle?

Versuche lassen vermuten das man mit den Rollen leicht verklebte Faszien lösen kann. In Mode gekommen ist sie, die Faszienrolle, die Klinsmann 2006 schon bei der Fußball Nationalmannschaft einführte.

faszienrolle.jpg

Das Problem ist nur, dass es bisher zu wenig belegbare Studien zu diesem Thema gibt und wenn, dann nur mit sehr zuwenigen Probanden (38). Wenige Studien und Ultraschallbilder zeigen allerdings einige Tendenzen, z. B., dass das Training mit der Rolle die Beweglichkeit verbessert und Muskelschmerzen gelindert werden. Die sportliche Leistungsfähigkeit wird offensichtlich weder positiv noch negativ beeinflusst.

Die Zeitschrift ÖKOTEST – Test aus Januar 2016 Test . Es wurden 7, von 16,  der Massagerollen als mangelhaft bewertet. Keine der Rollen wurde besser als ausreichend bewertet.

Hier zum Test:

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=107165&bernr=06&gartnr=1&suche=Rolle

http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=107982&bernr=06

Es wird weiter geforscht, unser Bindegewebe hat noch seine Geheimnisse. Es wird  weitere Studien in  Süddeutschen Rehakliniken geben, wo Vergleichsergebnisse „Rolle gegen herkömmliche Gymnastik“  bei der Behandlung von Rückenschmerzen, wissenschaftlich untersucht werden. Übrigens, gute Erfahrungen mit Hüpftraining der alten Art,  haben die Finnen in der Studie der Uni Jyväskylä dokumentiert. Das Bindegewebe der älteren Herren war am Ende des Trainings elastischer als zuvor.