Morgen-Gedanken machen alles klarer, oder?

An manchen Tagen ist die Konzentration auf den nächsten Tag oder besser auf die nächste Woche, einfach grösser als an anderen Tagen der Woche. Zu diesen Tagen zählt sicherlich der Montag. Woran liegt es dann, dass viele Menschen sich am Montag, in der Früh, abgeschlafft und wie gerädert fühlen. Die österreichische  Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach sagte im einmal, ich glaube anfangs des 20. Jahrhunderts,„Müde macht uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.“  Für das Wochenende sind es andere Gründe. Wer viel feiert und spät oder früh ins Bett kommt, kann sich seine Müdigkeit am Montag selbst erklären. Es gibt aber auch einen wissenschaftlichen Grund.

Der Biorhythmus, die Innere Uhr ist aus dem Takt.

Die innere Uhr, die den Schlaf reguliert, gerät am Wochenende aus dem Takt. In der Nacht von Sonntag auf Montag zwingen sie sich dann wieder in den vorgegebenen Arbeitsrhythmus. Bei der Montagsmüdigkeit handelt es sich also um eine Art Wochenend-Jetlag.

Dass so viele Berufstätige sonntag­abends schlecht einschlafen, hat aber auch psychologische Gründe. Oft gehen sie mit Gedanken an die Aufgaben der neuen Woche ins Bett ( hat Frau Ebner Eschenbach doch recht). Wer noch dazu beruflich unzufrieden ist, verbindet den Neustart in die Arbeitswoche mit negativen Gefühlen. Um dennoch erholsamen Schlaf zu finden, rät der Psychologe Werner Cassel vom Schlafmedizini­schen Labor Marburg zu gedanklicher Entspannung, „Gehen Sie am Sonntagabend zur üblichen Zeit ins Bett. Lesen Sie mit Genuss ein Buch – ohne zwischendurch auf die Uhr zu schauen. Löschen Sie das Licht erst, wenn Sie wirklich müde sind! So kommen Sie zur Ruhe und schlafen ein, ohne zu grübeln und die Stunden zu zählen.“

Im Prinzip ist das Gefühl am Montag-Morgen normal und wenn man weiß woher es kommt und etwas dagegen tun kann, wenn man will, ist alles nur noch halb so wild.

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