Neue Flüchtlingsroute über das Mittelmeer nach Italien

Auch zu Ostern bleibt die Welt nicht stehen.

Über das Mittelmeer direkt nach Italien  
Schlepper bereiten neue Flüchtlingsrouten vor.

NEUE MELDUNG

27.03.2016, 15:37 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Die Überfahrt über das Mittelmeer nach Italien ist deutlich teurer und auch gefährlicher als der Weg von der Türkei nach Griechenland. (Quelle: dpa)

Balkanroute von derTürkei über 
Griechenland in nördlichere Staaten der Europäischen Union ist seit einiger Zeit weitgehend dicht. Einem Zeitungsbericht zufolge bereiten Schlepper aber längst neue Routen für Flüchtlinge vor. Dabei soll es über das Mittelmeer direkt nach Italien gehen.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) berichtet, soll das Geschäft auf den neuen Routen in der ersten Aprilwoche in großem Stil beginnen. Ausgangspunkte für Überfahrten mit Fischkuttern und kleinen Handelsschiffen sollen der türkische Badeort Antalya, die türkische Stadt Mersin nahe der syrischen Grenze und die griechische Hauptstadt Athen sein. 

Die Flüchtlinge würden angewiesen, unter Deck zu bleiben, bis die Schiffe internationale Gewässer erreichten, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Schleuser. Eine Fahrt koste zwischen 3000 und 5000 Euro. Manche Schlepper wollten zwei Fahrten wöchentlich anbieten, einer habe vor, bis zu 200 Personen in ein Schiff zu zwängen.

Kontaktdaten stehen bei Facebook

Telefonnummern der Schleuser seien dem Bericht zufolge auf Facebook zu finden. Man könne sie einfach anrufen und eine Überfahrt buchen. Ein Schleuser beschrieb der FAS auch, wie die Überfahrt organisiert werde. Die Flüchtlinge würden demnach von Mersin in einem Schlauchboot aufs offene Meer gebracht. Wenige eingeweihte Crewmitglieder würden die Menschen dann an Bord der Schiffe bringen. In anderen Fällen wüssten auch komplette Besatzungen über den Menschenschmuggel Bescheid.

Die Fahrt auf den neuen Routen ist demnach deutlich teurer, als von der Türkei aus auf die griechischen Inseln in der Ägäis überzusetzen. Von Griechenland aus kommen die Flüchtlinge nach der Schließung der Grenzen auf der sogenannten Balkanroute auf dem Landweg derzeit aber nicht mehr weiter. 

Im provisorischen Lager Idomeni an der Grenze zu Mazedonien harrten zuletzt noch etwa 11.600 Menschen aus. Die griechischen Behörden bemühen sich, die Menschen zu überreden, in offizielle Lager umzusiedeln.

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