Satire darf „fast“ alles und muss es auch

Kann politische Satire der Politik schaden? Im Prinzip nicht aber……sie ist eine wichtige Form des Ausdrucks einer Gesellschaft und meistes einer freien Gesellschaft. Was vielen Migranten und auch einigen Einheimischen klar genug gesagt werden muss. Satire muss alle Bereiche in einer Gesellschaft anprangern dürfen.

Vielfach werden heute in der Comedy Szene Witze über Politiker gemacht, die gemeinhin schon als politische Satire betrachtet werden. Mitnichten, denn ein Witz über z.B. den SPD Politiker; „Seine Fliege sitzt schief, deshalb will Frau Merkel nicht, dass er Minister wird, wie er gerade erfuhr” ist vielleicht ein wenig amüsant, aber auch nicht mehr.

Was beinhaltet eigentlich Satire? Satire ist in der älteren Bedeutung des Begriffs eine Spottdichtung, die Zustände oder Missstände in sprachlich überspitzter Form aufgreift, in dem Personen, Ereignisse oder Zustände verspottet oder angeprangert werden, z.B. über Brüderle gesagt, “Diesmal ist er nicht über seine Zunge gestolpert, sondern hat sich tatsächlich beim Sturz seine Knochen gebrochen”. Der anstehende Karneval ist natürlich auch im weitesten Sinn Satire.Eine Regierung die es nicht gibt

Bereits 1919 warf der Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky die Frage auf, was Satire darf und beantwortete sie selber mit einem großzügigen? Alles! Das ist, so glaube ich nicht mehr haltbar. Satire bleibt eine Gratwanderung, bei der Anprangerung, dem  Aufzeigen von Skandalen und Fehlverhalten etc. in unserer Gesellschaft.

Wie gute Satire sein kann zeigen die unterschiedlichen Formate, wie “heute show”, damals,“TV Total” oder “Satire Gipfel”. Ein Urgestein der deutschen Satire und Kabarettisten, Dieter Hildebrandt, Gott hab in selig, hat einmal an der Kanzlerin beschrieben, wie gute Satire entstehen kann, obwohl das bei ihr sehr schwierig ist/war.

Zitat zu Merkel: “Man dürfe sich aufgrund Ihrer „teflonartigen“ Art nicht auf ihre bloße Person beschränken, sondern muss viel mehr aufzeigen, was sie nicht tut, und aussprechen was von ihr verschwiegen wird”.

Vorsichtige Satire wäre dann vielleicht:

Wir haben eine entschlossene Kanzlerin erlebt, die mit Ihren Sachwissen und allem Nachdruck Herrn Obama zu dem NSA-Skandal angesprochen hat. Ihre schnelle Reaktion und Entscheidungskraft hat Herrn Obama veranlasst, sein Statement zu diesem Thema, schon nach 6 Monaten, Ende Dezember dieses Jahres, öffentlich abzugeben. Frau Merkel  hat vom Präsidenten  weiterhin die feste Zusage, dass sie nicht mehr abgehört wird. Das war ihr das Wichtigste, das Andere hat ja noch Zeit. Wir sind auf einem guten Weg und unter Freunden.

Jetzt hat sich Merkel bei der „Migrationswelle“ tatsächlich mal richtig festgelegt mit „Wir schaffen das“ und darüber wird sich die „Satire“ in den nächsten Jahren hermachen, denn die Kanzlerin ist jetzt nicht mehr „teflonartig“. 

Satire sollte in der kommenden Legislaturperiode des Bundestages eine weit größere Rolle einnehmen als bisher. Die Voraussetzungen, egal ob Große Koalition und kleine Opposition, kleine Regierung und große Opposition, mit AfD oder ohne, Medien und Satire müssen wesentlich schärfer hinsehen und auch mehr anprangern, um das Gegengewicht zum politischen Übergewicht sein zu können. Die Menschen dürfen nicht das Gefühl haben, es wird gar nicht oder nur ganz vorsichtig, im Sinne der Politik, berichtet.

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