Eine kleine Geschichte *Morgens * Gute Vorsätze * Fitness

Es war wieder so ein Tag mit kleinen Hindernissen wie er, Gott sei Dank, nicht häufig vorkommt. Morgens ging es schon los. Das erste Mal in diesem Winter stimmte ausgerechnet der Wetterbericht. In der Nacht war es neblig und es nieselte leicht, die Temperatur bewegte sich, wie vorhergesagt, in den Minusbereich und es wurde richtig glatt, auch auf den Scheiben, die bearbeitet werden mussten. Ok, sagte ich mir, es ist Samstag, kein Berufsverkehr, nicht so schlimm. Die drei vorgenommenen Bürostunden werden mit einem guten Kaffee kein Problem und auf den anschließenden Besuch im Fitnessclub freute ich mich besonders.Kaffee
Heute war ich allein in der Firma und als erstes war der obligatorische Kaffee erforderlich, aber Pech gehabt, er reichte nur noch für eine halbe Tasse. Mist! Es ist 7:30 h und Rewe gegenüber hatte gerade auf gemacht, also schnell runter Kaffee holen, die hatten wenigstens noch genug davon, gerettet. Aber die sonst fertigen, frischen und knusprigen Brötchen waren um 7:40 diesmal nicht fertig, um 8:00 Uhr rechnete die Verkäuferin erst mit ihnen. Wenn nicht frisch dann gar nicht sagte ich ihr und flitzte wieder ab ins Büro. Die vorgenommene Arbeit war wie geplant schnell erledigt, ab in den Fitnessclub, den ich gut zu Fuß erreichen kann.Diverse Gym-Übungen
Und jetzt passierte das, was jedes Jahr um diese Zeit passiert, du stehst in einer kleinen Schlange am Eingang. Daran habe ich überhaupt nicht mehr gedacht. Weihnachten ist vorbei, der Gutschein muss eingelöst werden. Der Vorsatz, für das neue Jahr 2016, mehr Sport treiben,Frau Gym 1 muss jetzt endlich einmal mit Leben erfüllt werden, sagen sich scheinbar die hoch motivierten neuen Mitglieder. Sehr viele Paare sind in diesem Jahr dabei, fällt mir auf.

Push up Frau1 Arm HantelGym-Übung 3 Frau
Außerdem der Frühling kommt bestimmt, denken viele, wo mein Body wieder in Form sein muss, der im Herbst- und  den Wintermonaten doch so sehr gelitten hat. Da helfen nur Sport und eine Ernährungsumstellung. Auf das Letztere möchte ich hier nicht näher eingehen. Die Weihnachtsgutscheine und guten Vorsätze lassen den Fitnessclub jetzt offensichtlich wieder „explodieren“. Es wird heute also nichts mit einer „entspannten“ Trainingseinheit, wie ich sie seit über 13 Jahre mehrfach in der Woche, schweißtreibend und mit Freuden, betreibe.

Die vielen neuen Gesichter der entschlossenen Frauen und Männer, jetzt endlich das wahr zu machen, was sie sich vorgenommen haben, beeindruckt mich jedes Jahr.Dumbel lifter-Kraftsport Schade ist nur, dass damit erst einmal die Umkleidekabinen „kleiner“ und die Umkleideschränke und Duschen „weniger“ werden. Es wird halt etwas enger. Die Neuen laufen alle gleichzeitig ins Fitnessstudio und wundern sich: Die Muskeln schmerzen, und warum zum Teufel muss man vor den Foltergeräten eigentlich auch noch Schlange stehen? Schließlich ist das Leben an sich schon hart genug und schnell sind die guten Vorsätze wieder vergessen.
Aus Umfragen einiger Studios ist bekannt, dass teilweise
60 % der Mitglieder ihre aktive Clubtätigkeit, obwohl bezahlt, eingestellt haben,
27 % unregelmäßig zum Training kommen und nur
13 % regelmäßig in der Woche ihren Körper mit Freude trimmen und dabei gerne schwitzen.

Nach dem Ansturm im Januar weiß ich, es wird schon im Februar, spätestens aber im März an den Geräten wieder ganz schön leer. Ab diesem Zeitpunkt wird der Club fast zur Familie, jeder kennt jeden. Es wird dann entspannter trainiert werden können. Bis dahin werde ich als „erfahrener“ Freizeitsportler, gelassen und entspannt, wie jedes Jahr, mit der Situation umgehenSpinner_Frau und wenn ich gefragt werde, den einen oder anderen Tipp geben. Ich finde es aber irgendwie schade, dass es viele einfach nicht schaffen. Aber vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr, wenn die neuen Gutscheine und Vorsätze eingelöst werden. Wer es wirklich ernst meint, sollte sich auf Dauer nie überfordern, sich nicht generell zum Training überwinden müssen und viel Ausdauer über einen langen Zeitraum mitbringen, denn eine „schnelle Nummer“ beim Sport wird nie nachhaltig sein. Besonders faszinierend ist dann zu erleben, wie man einzelnen Körperteile mit seinen Übungen regelrecht modellieren kann. Ich habe ja so meinen Wahlspruch: „Sport macht nicht krank, man kann sich vielleicht mal verletzen, aber er ist gesund und hält fit und das wichtigste, es macht Spaß,“ vielleicht oder Gott sei Dank, nicht allen.