SPD Umfragewerte liegen seit Jahren tief, wie festgenagelt. Warum?

Über das warum macht sich die SPD und besonders ihr Parteichef Gabriel wohl die meisten Gedanken. Sein Ziel, eine 30 vorn stehen zu haben, hat er bis heute nicht erreicht. Man will jetzt die Mittelschicht verstärkt unterstützen, ob das reichen wird.

Viele Experten sind der Meinung die SPD besetzt die falschen Themen. Ja, 80 % der Deutschen finden den Mindestlohn richtig, aber für sich nicht so entscheidend. Rente mit 63 betrifft die Meisten gar nicht. Die Kanzlerin jetzt wegen der BND Affäre anzugehen, muß auch nicht das Problem lösen

Themen die existenziell für Millionen von Menschen wichtig sind, ihre Zukunft und Familienplanung, ja Lebensplanung negativ beeinflussen, müssen her und umgesetzt  werden. Dieser Weg ist nicht einfach und gefahrlos, aber wer sich waschen will, muß sich auch nass machen wollen.Themen gäbe es genug.

Arbeitszeitverträge abschaffen, weil sie Bürger-, Familien-, und Gesellschafts schädlich sind, wäre so ein Thema. Arbeitszeitverträge haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als verdreifacht. Waren 1993 noch 876.000 Neuverträge zeitlich begrenzt, so waren es 2013 bereits 2,7 Millionen. Fast jeder zweite neue Arbeitsvertrag wird bei Frauen nur noch befristet ausgestellt; bei den Männern sind es 38 Prozent. (Das ging aus einer Anfrage der Linken beim Bundesarbeitsministerium hervor.)

Für die Zukunft heißt das, fast jeder Arbeitsvertag wird ein Zeitvertrag, jede Familie, Partnerschaft wird betroffen sein. 35 Millionen potentielle arbeitenden Wähler und ihre Angehörigen,  könnten in Zukunft betroffen sein. Diese Entwicklung zu stoppen und wieder ein sozialeres Arbeitsfeld  für Millionen Betroffene zu schaffen, birgt jede Menge Wählerpotential.

Es ist ein Trugschluss zu glauben Wähler entscheiden sich kurzfristig bei einer Wahl. Sie beobachten schon weit vorher die Entwicklungen der Parteien. In den nächsten Monaten entscheidet sich, ob die SPD mit 20 oder 35 Prozent aus der nächsten Wahl kommt und die vielleicht angeschlagene Kanzlerin angreifbarer wird.