Der Geschlechterkampf beginnt als Embryo

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse erklären warum weltweit, im Verhältnis  51 zu 49, mehr Jungen geboren werden. Wie auch in Deutschland. Das mehr Jungen als Mädchen das Licht der Welt erblicken, liegt daran, dass sie über die gesamte Schwangerschaft seltener Opfer von Fehlgeburten werden. Zum Zeitpunkt der Empfängnis ist das Verhältnis der Geschlechter allerdings gleich, berichten Forscher um den britischen Demographen Steven Hecht Orzack im US Fachmagazin  PNAS.

Allerdings seien mehr männliche Embryos genetisch auffällig, so dass in der ersten Woche nach der Befruchtung mehr männliche Embryos abgehen. In den nächsten 10 bis 15 Wochen übersteige dann jedoch die Zahl der weiblichen Abgänge die der männlichen, bis gegen Ende der Schwangerschaft wieder mehr Jungen stürben als Mädchen. Zusammengenommen überleben demnach mehr männliche Embryos die gesamte Schwangerschaft, was zu der leicht höheren männlichen Geburtenrate führe.  Erstaunlicherweise werden in Hungerphasen mehr Mädchen als Jungen geboren, das stellten US-Forscher 2013 fest. Sie lieben scheinbar die Herausforderung.